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Zur Freiwilligkeit des Rücktritts vom Versuch bei Furcht vor Entdeckung

Als sogenannter persönlicher Strafaufhebungsgrund ermöglicht der Rücktritt vom Versuch, einer Bestrafung wegen einer rechtswidrig und schuldhaft versuchten Straftat zu entgehen. Entscheidend für den Rücktritt ist jedoch, dass er freiwillig erfolgt. An den „erfolgreichen“ Rücktritt vom Versuch sind einige Voraussetzungen geknüpft, die sich auch danach unterscheiden, ob ein beendeter oder ein unbeendeter Versuch vorliegt. Und auch das Merkmal der Freiwilligkeit unterliegt einigen Anforderungen.

Unfreiwillig ist die Entscheidung zum Rücktritt dann, wenn Umstände von außen hinzutreten, die sich für den Täter als Hindernis darstellen und damit einer Tatvollendung zwingend entgegenstehen. Solche Umstände können beispielsweise vorliegen, wenn das Risiko, angezeigt oder bestraft zu werden, unvertretbar hoch ansteigen würde. Bleiben Zweifel an dem Merkmal der Freiwilligkeit bestehen, muss das Gericht im Sinne des Grundsatzes „in dubio pro reo“ zugunsten des Beschuldigten entscheiden.

In seinem Urteil vom 28. September 2017 – 4 StR 282/17 wies der Bundesgerichtshof darauf hin, dass die „Furcht vor Entdeckung“ nicht automatisch dazu führen könne, die Freiwilligkeit eines Rücktritts bei einem unbeendeten Versuch zu bejahen.

Der Angeklagte hatte seine Ex-Frau auf der Straße mit einem Baseballschläger angegriffen und versucht, sie durch mehrere Schläge gegen den Kopf zu töten. Als sich mehrere Personen dem Geschehen näherten, nahm der Angeklagte von weiteren Schlägen Abstand und versuchte, die Zeugen „abzuwimmeln“. Zu diesem Zeitpunkt hoffte der Angeklagte noch, das Geschehen verdecken und die Geschädigte sogar von einer Anzeige abbringen zu können. Daher äußerte er gegenüber einem mit seinem Auto herannahenden Zeugen, es handle sich hier um einen Verkehrsunfall und er wolle der Geschädigten nur helfen.

Das Landgericht hat angenommen, dass der Rücktritt vom Mordversuch freiwillig erfolgte. Dabei führte das Landgericht aus, dass die Furcht vor Entdeckung für die Rücktrittsentscheidung des Angeklagten nicht ausschlaggebend gewesen sei, da der Angeklagte bei einem Überleben der Geschädigten sowieso identifiziert worden wäre.

Dieser Auffassung folgte der Bundesgerichtshof nicht. Vielmehr hätte die Strafkammer des Landgerichts genauer untersuchen müssen, inwiefern der Angeklagte das Risiko seiner Entdeckung nach seinem letzten Schlag einschätzte. Denn hielt der Angeklagte das Risiko noch für kontrollierbar und hätte dann Abstand von weiteren Schlägen genommen, wäre ein freiwilliger Rücktritt zu bejahen gewesen. Eine andere Beurteilung würde sich dann ergeben, wenn der Angeklagte das Risiko, bei einer Fortsetzung der Tat entdeckt zu werden, für unvertretbar hoch hielt. Dann hätte er sich allein deshalb gegen die Tatvollendung entschieden. Eine Freiwilligkeit des Rücktritts wäre in diesem Fall aufgrund des von außen hinzugetretenen Hindernisses abzulehnen gewesen.

Durch das Landgericht war jedoch nicht mit hinreichender Sicherheit festgestellt worden, zu welchem Zeitpunkt der Angeklagte den Hauptbelastungszeugen wahrgenommen und von weiteren Schlägen abgesehen hatte. Diesbezüglich hat das Landgericht insgesamt nur lückenhaft und unklar ausgeführt, dass es möglich sei, wie der herannahende Zeuge gesehen habe, dass der Angeklagte noch vor dem ersten Hupen weitere Schläge einstellte. Andererseits bestünde auch die Möglichkeit, dass der Angeklagte schon zu diesem Zeitpunkt den herannahenden Zeugen bemerkt und deshalb von weiteren Schlägen abgesehen hatte. Trotz dieses hier nur für „möglich“ gehaltenen Geschehens folgte das Landgericht der für glaubhaft erachteten Aussage des Zeugen, wonach der Angeklagte den Zeugen bemerkt und erst dann weitere Schläge unterlassen habe. Im Rahmen der Prüfung der „Freiwilligkeit“ hielt es das Landgericht sogar für „nicht widerlegbar“, dass der Angeklagte wegen des Erscheinens eines Dritten schließlich von der weiteren Tatausführung Abstand genommen hat. Gleichwohl lasse sich nicht feststellen, dass die Furcht vor Entdeckung für den Rücktritt ausschlaggebend gewesen sei.

Wegen dieser widersprüchlichen Ausführungen hob der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts auf und stellte noch einmal klar, dass regelmäßig keine Freiwilligkeit des Rücktritts gegeben ist, wenn der Täter fürchtet, von Zeugen entdeckt zu werden. Die Gefahr entdeckt zu werden kann dann als ein äußerer Umstand bzw. Hindernis im oben genannten Sinne gewertet werden. Ein freiwilliger Rücktritt würde aufgrund dieses Hindernisses ausscheiden, weil der Entschluss die weitere Tatausführung aufzugeben, nicht mehr auf selbstgesetzten, also autonomen, Motiven beruht. Eine Strafbarkeit des Angeklagten ist dann regelmäßig gegeben.

Der Bundesgerichtshof lehnte die Annahme eines strafbefreienden Rücktritts hier schließlich ab, weil das Merkmal der „Freiwilligkeit“ nicht hinreichend untersucht und festgestellt worden sei. Daher verwies der Bundesgerichtshof die Sache an eine andere Strafkammer des Landgerichts zu erneuter Verhandlung und Entscheidung zurück.

Rechtsanwalt Dietrich – Fachanwalt für Strafrecht aus Berlin

Knüppel in den Sack – Rücktritt vom Versuch

Der Rücktritt als Grund der Strafbefreiung
Ein Gastbeitrag von Rebekka Franke, Studentin an der Freien Universität Berlin

Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich in seinem Beschluss vom 28. Januar 2015 – 4 StR 574/14 im Wesentlichen mit der Frage, wann ein strafbefreiender Rücktritt von einem Versuch im Sinne des § 24 StGB möglich ist. Zugrunde lag ein Verfahren des Landgerichts Essen, in dem die Angeklagte unter anderem wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde. Das Landgericht kam zu folgenden Feststellungen:

Die Angeklagte und der Mitangeklagte flüchteten nach einem gemeinschaftlich begangenen Diebstahl vom Tatort. Die gestohlene Ware befand sich zu diesem Zeitpunkt beim Mitangeklagten. Ein Zeuge verfolgte die Angeklagte. Plötzlich drehte sich die Angeklagte um. Sie zog einen Holzstock aus ihrer Tasche und ging mit schlagenden Bewegungen auf den Zeugen zu. Dem Zeugen gelang es, den Schlägen auszuweichen. Ohne den Zeugen getroffen zu haben, steckte die Angeklagte den Holzstock zurück in ihre Tasche.

In dem Urteil des Landgerichts wurden die Voraussetzungen eines strafbefreienden Rücktritts gem. § 24 StGB in Bezug auf die versuchte gefährliche Körperverletzung nicht erörtert. Insbesondere aus diesem Grund legte die Zeugin Revision gegen das Urteil ein. Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs konnte nicht abschließend geklärt werden, warum die Zeugin die Schläge einstellte. Insbesondere blieb offen, ob die Polizei verständigt wurde und ob dies der Grund dafür war, dass die Angeklagte den Stock zurück in ihre Tasche steckte.

Wann handelt es sich um einen Versuch und was sind die Folgen?
Das Gesetz sieht vor, dass im Fall einer Versuchsstrafbarkeit das Gericht die Strafe mildern kann. Nach § 22 StGB ist ein Versuch das vom Vorsatz umfasste unmittelbare Ansetzten zur Tat, wobei die Tatbestandsverwirklichung aber ausbleibt. § 23 Abs. 1 StGB sieht vor, dass der Versuch eines Verbrechens stets strafbar ist. Das Vergehen nur dann, wenn das Gesetz dies ausdrücklich bestimmt.

Verbrechen sind gem. § 12 Abs. 1 StGB rechtswidrige Taten, die im Mindestmaß mit einem Jahr Freiheitsstrafe oder darüber bedroht sind. Vergehen sind alle Taten, die im Mindestmaß mit einer geringeren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bedroht sind.

Bei der in Rede stehenden gefährlichen Körperverletzung gem. § 224 StGB handelt es sich um ein Vergehen, da die Mindeststrafe gem. § 224 Abs. 1 StGB sechs Monate beträgt. Die Strafbarkeit des Versuchs folgt aus § 224 Abs. 2 StGB.

Was versteht man unter einem Rücktritt vom Versuch und was ist die Folge?
Die Strafe bei einem Versuch kann gem. § 23 Abs. 2 StGB gemildert werden. Ein Rücktritt vom Versuch gem. § 24 Abs. 1 StGB führt zur Straflosigkeit. Bei einem Rücktritt vom Versuch wird nach § 24 Abs. 1 StGB nicht bestraft, wer von der Vollendung der Tat absieht oder den Erfolgseintritt der Tat verhindert. § 24 Abs. 1 Alt. 1 StGB erfasst den unbeendeten Versuch und § 24 Abs. 1 Alt. 2 StGB den beendeten Versuch.

Warum gibt es den Rücktritt vom Versuch?
Der Grund dieser persönlichen Strafaufhebung ist im Strafrecht umstritten. Es ist aber davon auszugehen, dass der freiwillig Zurücktretende grundsätzlich eine geringere Gefährlichkeit aufweist und dadurch die Strafaufhebung im Einzelfall vertretbar macht. Die Rücktrittsregelung des § 24 StGB dient schließlich der Verhinderung von Straftaten und dem Opferschutz.

Wann ist ein Rücktritt vom Versuch möglich?
An einen Rücktritt vom Versuch werden abhängig von der konkreten Versuchssituation verschiedene Anforderungen gestellt.

  1. Der Rücktritt von einem fehlgeschlagenen Versuch.

Nach Auffassung der Rechtsprechung und herrschender Lehre schließt ein fehlgeschlagener Versuch den Rücktritt aus. Ein Versuch gilt als fehlgeschlagen, wenn der Täter aus seiner Sicht keine Möglichkeit mehr sieht, die Tat zu vollenden. Hierbei ist auf die subjektive Vorstellung des Täters nach seiner letzten Ausführungshandlung abzustellen, den sogenannten Rücktrittshorizont.
Beispiel: Die Waffe des Täters ist intakt und geladen. Der Täter geht aber vom Gegenteil aus.
Sobald der Täter den Eintritt des Taterfolgs als unmöglich ansieht, ist ein strafbefreiender Rücktritt gem. § 24 StGB ausgeschlossen.

  1. Der Rücktritt von einem unbeendeten Versuch.

Als unbeendet gilt ein Versuch, wenn der Täter davon ausgeht, dass er für den Eintritt des Taterfolgs noch weitere Handlungen vornehmen muss und er den Erfolgseintritt noch für möglich hält. Hierbei ist ebenfalls auf den Rücktrittshorizont des Täters abzustellen.
Beispiel: Der Täter will sein Opfer mit Messerstichen töten. Bereits nachdem der Täter das erste Mal zugestochen hat, bekommt er Mitleid mit seinem Opfer. Von weiteren Tatausführungen nimmt der Täter Abstand und entfernt sich vom Tatort. Da die Wunde nicht stark blutet geht der Täter von einer oberflächlichen und nicht lebensbedrohlichen Verletzung aus. Das Opfer überlebt.
Um bei einem unbeendeten Versuch die Straffreiheit zu erlangen, genügt gem. § 24 Abs. 1 Alt. 1 StGB das schlichte Absehen von der weiteren Tatausführung.
Es ist für einen Rücktritt vom unbeendeten Versuch demnach ausreichend, dass der Täter wie im Beispiel von seinem leicht verletzten Opfer nach einem Messerstich ablässt und weitere Handlungen unterlässt. Zu berücksichtigen ist aber, dass die Strafbarkeit bezüglich der vollendeten gefährlichen Körperverletzung durch den Messerstich bestehen bleibt. Der Rücktritt betrifft also nur das versuchte Tötungsdelikt.

  1. Der Rücktritt von einem beendeten Versuch.

Ein Versuch gilt als beendet, sobald der Täter glaubt, dass er alles getan hat, damit der Taterfolg eintritt. Er hält den Erfolgseintritt ohne weitere eigene Tathandlungen für möglich.
Beispiel: Der Täter will sein Opfer mit Messerstichen töten. Schon nach dem ersten Messerstich bekommt er Mitleid mit seinem Opfer und gibt sein Vorhaben auf. Da die Wunde stark blutet, stellt sich der Täter vor, dass das Opfer bereits durch den ersten Stich verbluten würde. Daraufhin verständigt der Täter einen Krankenwagen. Das Opfer überlebt.
Im Falle eines beendeten Versuchs, muss der Täter gem. § 24 Abs. 1 Alt. 2 StGB aktive Gegenmaßnahmen ergreifen, sodass er den Erfolgseintritt selbst verhindert. Auch hier kommt es auf den Rücktrittshorizont des Täters an.
Es wäre nicht ausreichend, wenn der Täter nur von weiteren Messerstichen absieht. Er muss zu einer aktiven Erfolgsverhinderung beispielsweise durch die Verständigung des Krankenwagens beitragen.

In jedem Fall muss der Rücktritt freiwillig erfolgen. Freiwillig handelt derjenige, der infolge einer freien Willensbildung eine weitere Tatausführung aufgibt. Nicht in Betracht kommt ein Rücktritt, wenn der Täter nur aufgrund äußerlicher Einflüsse, zum Beispiel das Herannahen der Polizei, von seinem Opfer ablässt.

Wie hat der Bundesgerichtshof über die Revision der Angeklagten entschieden?
Aufgrund der Revision der Angeklagten hat der Bundesgerichtshof geprüft, ob in dem Verhalten der Angeklagten ein Rücktritt vom Versuch im Sinne des § 24 StGB zu sehen ist. Hierbei legte der Bundesgerichtshof die Sachverhaltsfeststellungen des Landgerichts zu Grunde.

Nach Auffassung des Bundesgerichtshofs ist in dem Verhalten der Angeklagten ein unbeendeter Versuch zu sehen. Ein Versuch gilt als unbeendet, wenn der Täter glaubt, noch nicht alles Erforderliche getan zu haben, um den Taterfolg herbeizuführen. Die Angeklagte wollte den Zeugen mit dem Holzstock verletzen. Um dieses Ziel zu erreichen, hätte die Angeklagte ihre Schläge fortsetzen müssen. Sie hat ihre Schläge dennoch eingestellt, obwohl sie in der Lage gewesen wäre, weiterzuschlagen. Demzufolge handelt es sich bei dem Vorgehen der Angeklagten um einen unbeendeten Versuch.

Bei dem unbeendeten Versuch müsste die Angeklagte von weiteren Tatausführungen Abstand genommen haben. Indem die Angeklagte den Holzstock zurück in ihre Tasche steckte, hat sie von weiteren Handlungen abgesehen.

Fraglich ist, ob dieser Rücktritt auch freiwillig geschah. Dafür müsste die Angeklagte aufgrund einer freien Willensbildung von der Tat Abstand genommen haben. Ausgeschlossen wäre ein freiwilliger Rücktritt infolge äußerlicher Einflüsse. Hätte die Angeklagte den Holzstock nur aufgrund des befürchteten Herannahens der Polizei in die Tasche gesteckt, wäre die Freiwilligkeit des Rücktritts ausgeschlossen. Damit die Freiwilligkeit des Rücktritts ausgeschlossen werden kann, ist es jedoch erforderlich, dass der Täter das Herannahen der Polizei als ein Hindernis wahrnimmt und dieses seine Willensentschließung in Bezug auf die Beendigung der Tat mitbeeinflusst.

Entsprechende Feststellungen hat das Landgericht jedoch nicht getroffen. Hinzu kommt, dass die Ausführungen des Landgerichts im Zuge der Beweiswürdigung nicht belegen, ob tatsächlich die Polizei verständigt wurde, oder dass die Angeklagte nur aufgrund der Verständigung der Polizei von weiteren Schlägen absah. Angesichts dieser unzureichenden Sachverhaltsfeststellungen entstanden beim Bundesgerichtshof durchgreifende rechtliche Bedenken hinsichtlich der Verurteilung der Angeklagten wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Der Bundesgerichtshof hat daraufhin das Urteil des Landgerichts aufgehoben und an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückgewiesen.

Liegt bei der Angeklagten ein Rücktritt vom Versuch gem. § 24 StGB vor?
Infolge unzureichender Sachverhaltsinformationen kann nicht abschließend geklärt werden, ob die Polizei tatsächlich verständigt wurde und ob die Angeklagte nur aus diesem Grund von der Tat abgelassen hat. Sollte der Sachverhalt durch das Landgericht nicht aufgeklärt werden können, ist nach dem Grundsatz in dubio pro reo, im Zweifel für die Angeklagte, davon auszugehen, dass die Voraussetzungen der Strafaufhebung gem. § 24 Abs. 1 Alt. 1 StGB erfüllt sind.

Demnach hätte die Angeklagte durch das Einstecken des Stocks eine freie Willensentscheidung getroffen, sodass ein strafbefreiender Rücktritt von einer versuchten gefährlichen Körperverletzung vorliegen würde.

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Der Begriff der Freiwilligkeit im Sinne des § 24 StGB

Der Rücktritt vom Versuch einer Straftat kann für den Täter komplette Straffreiheit bedeuten. Überlegt er sich es doch anders, so soll ihm jederzeit die goldene Brücke zurück in die Rechtsordnung offen stehen. Eine Voraussetzung sich dieses Rücktrittsprivileg zu verdienen ist, dass die Tat freiwillig aufgegeben werden muss. Wann von Freiwilligkeit gesprochen werden kann, wollen wir in unserer heutigen Wiederholung erläutern.

§ 24 Abs. 1 StGB lautet: Wegen Versuchs wird nicht bestraft, wer freiwillig die weitere Ausführung der Tat aufgibt oder deren Vollendung verhindert. Wird die Tat ohne Zutun des Zurücktretenden nicht vollendet, so wird er straflos, wenn er sich freiwillig und ernsthaft bemüht, die Vollendung zu verhindern.

Definition: Nach Ansicht der Rechtsprechung handelt der Täter freiwillig, wenn er Herr seiner Entschlüsse ist und weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert, noch durch seelischen Druck unfähig wurde, die Tat zu vollbringen.

Nicht notwendig ist dabei, dass der Täter ein billigenswertes oder gar sittlich hochwertiges Motiv für seinen Rücktritt hat. Freiwillig handelt mithin auch derjenige, der die Tat nur aufgibt, weil er an anderer Stelle eine höhere Beute erlangen kann. Ebenso kann der Anstoß des Rücktritts von einem Dritten kommen. Überredet beispielsweise das Opfer selbst den Täter zur Aufgabe der Tat, so ist diese immer noch freiwillig. Von einem unfreiwilligen Handeln wird indes gesprochen, wenn sich die Sachlage für den Täter so wesentlich geändert hat, dass die Möglichkeit, bei der Tat entdeckt zu werden, steigt. Dies ist etwa der Fall, wenn die Bank, die ausgeraubt werden soll, ständig von neuen Kunden betreten wird.

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