Liebe nicht Berliner Kollegen,

entsprechend der zutreffenden Wendung:

Hätte Berlin Berge, wären sie höher!

kann ich nur sagen, dass Berlin eine tolle Stadt ist.

Nach meinem Empfinden die beste Stadt in Deutschland. Eines der wenigen Probleme von Berlin sind die Staatsgäste. Entsprechend der Wertigkeit eines Staatsgastes muss man als Berliner immer wieder Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen.

Bei kleinen Staatsgästen kann es sein, dass man ein wenig warten muss, weil die mit Wimpeln behangene Karawane erst an einem vorbeiziehen muss. Wächst der Staatsgast wachsen nicht nur die Wimpel, sondern auch die Unannehmlichkeiten. Für einen mittleren Staatsgast werden dann auch schon mal ein paar Straßen kurzzeitig gesperrt und große Fahnen aufgehängt. Kommt aber ein großer Staatsgast nach Berlin sind den Unannehmlichkeiten keine Grenzen gesetzt.

Heute muss ein wirklich großer Staatsgast in Berlin sein. Die halbe Stadt ist gesperrt. Für meinen Weg zum Gericht brauchte ich am fast noch frühen Morgen anstellte von 20 Minuten über 1 ½ Stunden. Alles um mich herum hupte und schrie sich an. Polizisten wedelten missgelaunt und überfordert mit ihren Händen. Eine Kollegin am Potsdamer Platz berichtete mir, dass man durch die Polizei das Verbot erhalten habe, zu bestimmten Zeiten die Fenster zu öffnen. Und das bei diesen herrlichen Temperaturen. Ich hoffe, die Kollegin wird nicht erschossen.

Wie dem auch sei, zum Glück sind Staatsgäste nicht wie Berlin Touristen, die sich über Tage und Wochen mit ihren Stadtplänen bewaffnet in der Stadt aufhalten. Meistens sind Staatsgäste genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. Morgen wird hoffentlich alles wieder beim Alten sein.

Rechtsanwalt Dietrich, Verteidiger aus Berlin

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3 Antworten

  1. DCV (1 comments) sagt:

    ok, man wird sich wohl als Berliner daran gewöhnen müssen, dass der Verkehr in Abhängigkeit vom Rang der Staatsgäste behindert wird. Woran ich maich aber einfach nicht gewöhnen will ist das Verhalten unserer Polizei: Sie sperrt und sperrt, aber sie überlässt dann den Verkehr dem Verkehr. Sie regelt nicht, sie hilft nicht, sie greift bei den unvermeidbaren Staus nicht ein. Das einzig aktive tun nach der Sperrung: Sie schaut den Staus interessiert zu ….

  2. Steffen Dietrich (109 comments) sagt:

    Wenn ich mich an meine Studienzeit erinnere, gab es § 17 ASOG für alles, was nicht geregelt war. Vielleicht gibt es die Norm noch heute.

  3. SBarche (1 comments) sagt:

    Mister Barack Obama himself war heute vor Ort! Und ja … es war eine Qual. Mich würde mal die Berechtigungsgrundlage für das Verbot Fenster zu öffnen interessieren! Also mal abgesehen vom Risiko vom übermotivierten Sniper des Sonderkommandos erschossen zu werden …..

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