Ein von Lebensjahren älterer Mandant meldete sich in meiner Kanzlei und legte mir einen Beschluss vor, in welchem ihm aufgrund einer Fahrerflucht die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen wurde. Deshalb hatte die Berliner Polizei auch bereits seinen Führerschein beschlagnahmt.

Was war passiert?

Unser nicht vorbestrafter oder verkehrsrechtlich auffällige Mandant, welcher bereits seit fast 30 Jahren unfallfrei gefahren ist, hat versehentlich einen Unfall gebaut und ist im Anschluss weggefahren (Fahrerflucht). Ca. eine Stunde später bereute er sein Verhalten und ging zur Polizei. Ohne diese Selbstanzeige hätte man wohl unseren Mandanten nicht ausfindig machen können. Da der Fremdschaden bei ca. 4.500,00 € liegen soll, entzog man meinem Mandanten bereits vorläufig die Fahrerlaubnis. Moralisch hat mein Mandant nach einem Innehalten alles richtig gemacht. Rechtlich wird aber gleich hart zurückgeschlagen. Muss man denn jemanden in einer solchen Situation vorläufig die Fahrerlaubnis entziehen und den Führerschein beschlagnahmen?

Hätte unser Mandant geschwiegen, wäre wohl nichts weiter passiert. Neben der vorläufigen Entziehung der Fahrerlaubnis drohen nun der Verlust der Fahrerlaubnis, eine strafrechtliche Verurteilung, Punkte in Flensburg und versicherungsrechtliche Konsequenzen. Es gibt wenige Delikte, die so weitereichende Sankionsmöglichkeiten vorsehen, wie die Fahrerflucht.

Ich werde mir nun erst einmal die Akte von der Amtsanwaltschaft Berlin holen. Vielleicht kann ich dann den Sachbearbeiter von meinen Argumenten überzeugen.

Rechtsanwalt Dietrich, Anwalt bei Fahrerflucht