Der absolute Klassiker unter den strafrechtlich relevanten Definitionen ist die des gefährlichen Werkzeugs im Rahmen der gefährlichen Körperverletzung. Besonders gerne wird sie in studentischen Klausuren geprüft und sollte deswegen gelernt und gelegentlich wiederholt werden.

Die gefährliche Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeuges wird in § 224 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 StGB aufgeführt. Hier heißt es:

Wer die Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeugs begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Definition: Ein Werkzeug ist jeder Gegenstand, mittels dessen durch Einwirkung auf den Körper eine Verletzung zugefügt werden kann. Nach Ansicht der Rechtsprechung umfasst der Begriff des Werkzeugs aufgrund der Wortlautgrenze des Art. 103 Abs. 2 GG nur bewegliche Gegenstände. Unbewegliche Gegenstände, wie Felsen oder Wände, gegen die das Opfer gestoßen oder gedrückt wird, erfüllen den Tatbestand nicht. Die Gegenansicht will im Hinblick auf den Schutzzweck der Norm auch diese Gegenstände einbeziehen.

Gefährlich ist das Werkzeug, wenn es nach seiner objektiven Beschaffenheit und nach Art seiner Verwendung im Einzelfall geeignet ist, erhebliche Körperverletzungen zuzufügen (sog. „potenzielle Gefährlichkeit“). Maßgeblich ist demnach die Erheblichkeit der Verletzung, die der Täter verursacht hat oder verursachen wollte.

Beispiele für gefährliche Werkzeuge: Messer, Knüppel, Nadeln, Gabeln, Klebeband bei Verwendung zum Fesseln und Knebeln, Federhalter bei Verwendung zum Stechen, schwerer fester Schuh. Eine Plastiktüte hingegen, die nur bis zur Nase über den Kopf gestülpt wird, stellt kein gefährliches Werkzeug dar.

Rechtsanwalt Steffen Dietrich; Fachanwalt für Strafrecht aus Berlin