Wo bin ich denn nun schon wieder?

Als Strafverteidiger kommt man im Vergleich zu zivilisierten Anwälten doch viel mehr rum in Deutschland. Man reist von Gericht zu Gericht und erfreut sich an den regionalen Unterschieden wie zum Beispiel der Sitzordnung im Gerichtssaal, der Kleidertracht und der Gesprächsbereitschaft von Verfahrensbeteiligten.

Letzte Woche war ich mal wieder an einem Gericht außerhalb von Berlin. Von außen sah es so aus:

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Nun interessiert mich, ob der geografisch bewanderte Leser den Ort erkennt, an welchem dieses Gericht steht?

Rechtsanwalt Dietrich mit Kanzleisitz in Berlin – Kreuzberg

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10 Antworten

  1. Steffen Dietrich (109 comments) sagt:

    @ Christian
    Danke für den Hinweis. Darauf muss ich beim nächsten Mal achten.

  2. Steffen Dietrich (109 comments) sagt:

    @nachtschattengewächs
    So zum mindestens die Theorie.
    In der Praxis sieht es meines Erachtens aber anders aus. Der Richter legt sich durch die Eröffnung des Hauptverfahrens fest, dass er davon ausgeht, dass eine Verurteilung wahrscheinlicher ist als der Freispruch. Psychologisch ist es häufig für Menschen schwer, von einer getroffenen Festlegung abzurücken. Richter sind auch nur Menschen. Deshalb wird immer wieder vorgebracht, dass es sinnvoll wäre, wenn ein Richter über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet und dann ein anderer Richter das Verfahren führt.
    Mir sind noch die Worte einer Verkehrsrichterin im Ohr, die nach einer offensichtlich nach Freispruch schreienden Beweisaufnahme nach meinem Hinweis auf das Beweisergebnis meinte:

    „Herr Dietrich, ich habe die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen. Sie denken doch nun nicht, dass ich freispreche. Ich biete Ihnen eine Einstellung gegen Geldzahlung an und Ihr Mandant bekommt sofort seinen Führerschein wieder.“

  3. Christian (6 comments) sagt:

    Wappen -> Sachsen-Anhalt -> justiz.sachsen-anhalt.de -> Amtsgerichte. Die meisten haben Fotos. Das war’s auch schon.

  4. nachtschattengewächs (1 comments) sagt:

    Hey, die Eröffnung der Anklage bringt nur zum Ausdruck, dass dann, wenn alle Beweismittel genau das ergeben, was die Staatsanwaltschaft sagt (und hofft), eine Verurteilung wahrscheinlich ist. Meist läuft es auf eine Art Schlüssigkeitsprüfung analog PKH-Gesuch hinaus… nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  5. Steffen Dietrich (109 comments) sagt:

    @ LoVo
    Ich hatte das Gefühl, dass der Bau nach 89 entstanden ist.
    Photoshop wäre aber ein wenig geschummelt 🙂
    Christian kann uns ja noch mitteilen, woher er es gewusst hat.

  6. Steffen Dietrich (109 comments) sagt:

    @ 4alpha
    Häufig wird die zivilrechtliche Entscheidung aufgrund der zahlreich gewechselten Schriftsätze bereits außerhalb der mündlichen Verhandlung gefunden. Deshalb wird bei auswärtigen Terminen vor dem Zivilgericht häufig ein ortsansässiger Terminsvertreter beauftragt. Im Strafrecht erreicht man den Freispruch häufig erst aufgrund der Hauptverhandlung. Die zugelassene Anklage bringt zum Ausdruck, dass das Gericht und die Staatsanwaltschaft von einer Verurteilung ausgegangen sind. Gegen diese Annahme muss der Verteidiger kämpfen. Auch besteht häufig zwischen Verteidiger und Mandant ein besonderes Vertrauensverhältnis, so dass der Mandant wünscht, dass sein Verteidiger in der Hauptverhandlung anwesend ist.

  7. LoVo (1 comments) sagt:

    Also so schwierig sollte es eigentlich nicht gewesen sein. Das es in der EX-DDR ist, vermutete ich auf Grund des Gebäudes und der Fahrradständer. Weiterhin ist ja auf dem Bild links noch das Schild vom Gericht mit Wappen und rechts auf dem Briefkasten ist auch ein Wappen. Das der Ortsname am Ende ein g hat konnte man auch erkennen. Mit etwas Such- und Zeitaufwand hätte man das sicherlich auch ermitteln können, ohne Orts- und Gerichtskunde. Oder vielleicht hätte auch Photoshop geholfen. Ohne Schild und Briefkasten wäre es vermutlich schwieriger gewesen..

  8. 4alpha (1 comments) sagt:

    Als Jura-Student interessiert es mich natürlich und daher die Frage: Wieso kommt man als Strafverteidiger weiter rum als als Zivilrechtler?
    Ausm Bauch heraus würde ich mal vermuten, dass der Gerichtsstand bei Straftaten der Ort der Tat war, bei Zivilstreitigkeiten dagegen der Sitz der Beteiligten entscheidet. Liegt’s daran oder gibt es andere Gründe?

  9. Steffen Dietrich (109 comments) sagt:

    Das hätte ich nicht gedacht, dass jemand auf das zutreffende Amtsgericht Merseburg kommt 🙂

  10. Christian (6 comments) sagt:

    Merseburg.

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