Virtobots – „Autopsie“ am Computer

Die Zeiten, in denen im Rahmen der gerichtsmedizinischen Untersuchung die Klärung der Todesursache in dunklen Kellern stattfand, sind wohl vorbei. Nach einem Bericht von focus-online finden im rechtsmedizinischen Institut in Bern (Schweiz) nur noch selten gerichtsmedizinische Untersuchungen mittels Skalpell statt. Vielmehr wird auf einen Industrieroboter zurückgegriffen, welcher den Toten umfassend scannt.

Wer nun glaubt, dass sowas nur in der Schweiz möglich sei, täuscht sich. Nach einem Bericht von Deutschlandradio finden solche Obduktionen auch im Stuttgarter Robert Bosch Krankenhaus statt.

Für den Toten hat diese Methode den Vorteil, dass er nicht vollständig aufgeschnitten wird. Bei einer herkömmlichen Untersuchung wird zunächst das Gehirn und dann der Oberkörper freigelegt. Danach holt man sämtliche Organe heraus, schneidet jeweils ein Stück ab und legt den Rest wieder in die Öffnung im Oberkörper.  Zum Abschluss wird die Schädeldecke und dann der Oberkörper  zugenäht.

Es gibt aber auch Kritiker unter den Gerichtsmedizinern. Diese bringen vor, dass bestimmte Zustände des Körpers nur mittels menschlicher Sinne wahrgenommen werden können.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Technik durchsetzt.


Rechtsanwalt Steffen Dietrich, Berlin


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