Ein Klassiker strafrechtlicher Klausuren ist der gewerbsmäßige Diebstahl, der auch in der Praxis eine bedeutende Rolle spielt und deshalb heute Gegenstand unserer wöchentlichen Wiederholung sein soll.

§ 243 Abs. 1 Nr. 3 StGB lautet:

In besonders schweren Fällen wird der Diebstahl mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig stiehlt.

Definition: Ein gewerbsmäßiger Diebstahl liegt vor, wenn der Täter sich aus der wiederholten Tatbegehung eine fortlaufenden Einnahmequelle von einigem Umfang und einer gewissen Dauer verschaffen will, ohne dass er daraus ein kriminelles Gewerbe zu machen braucht.

Das Merkmal der Gewerbsmäßigkeit kann nach Ansicht der h.M. schon bei dem ersten Diebstahl erfüllt sein, vorausgesetzt der Täter hat ein solch gewinnstrebendes Motiv. Nach einer minder vertretenen Ansicht sollen mindestens zwei gewerbsmäßige Handlungen erforderlich sein, da das erhöhte Unrecht der Tatbegehung erst mit der Wiederholung erreicht sei, auch wenn der Täter weitere Taten zunächst beabsichtigt hatte.

Es ist ausreichend, wenn der Täter die Beute nur für sich selbst nutzen oder auch verschenken will, da keine Weiterveräußerungsabsicht erforderlich ist. Hat der Täter umgekehrt allerdings geplant die Sache weiter zu veräußern, so führt dies nicht ohne Weiteres zur Annahme eines gewerbsmäßigen Diebstahls. Vielmehr müssen auch die Merkmale der Dauerhaftigkeit und ein gewisser Umfang erfüllt sein.

Rechtsanwalt Dietrich, Anwalt für Strafrecht aus Berlin