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Die neue E-Akte – mehr als nur ein Scan der Papierakte?

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Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat in einer Stellungnahme Bedenken gegen die Einführung der elektronischen Akte in Strafverfahren vorgebracht.

Das Bundesjustizministerium (BMJ) möchte die Aktenführung flächendeckend digitalisieren und so nachholen, was in weiten Teilen der privaten und öffentlichen Kommunikation bereits Stand der Technik ist.

Dass Strafakten derzeit noch immer in Papierform zu führen sind, verwundert vor allem deshalb, weil schon heute die überwiegende Zahl der in der Akte befindlichen Dokumente im Wege der elektronischen Datenverarbeitung erstellt worden ist.

Selbstverständlich fährt das BMJ vor allem aber Argumente der Kostenersparnis auf: Strafakten müssen manuell transportiert bzw. postalisch versandt werden, werden in der Regel vollständig kopiert und häufig auch eingescannt. So wird ein polizeilicher Zwischenbericht stets digital erstellt und bearbeitet, dann jedoch ausgedruckt, an die StA versandt, diese leitet ihn an den Rechtsanwalt weiter, der den Bericht kopiert und/oder einscannt und im Falle der Weiterleitung an den Mandanten wieder ausdruckt. Und während dieses Verfahrens steht die Akte regelmäßig einem Teil der Verfahrensbeteiligten für einen relevanten Zeitraum nicht zur Bearbeitung zur Verfügung. Dasselbe gilt für die im Rahmen des Ermittlungsverfahrens erstellten Bild- und Videodarstellungen (einschließlich ihrer Metadaten) und Tabellenkalkulationen, die in Auswertungsvermerken und -berichten der Landeskriminalämter oder der Wirtschaftsreferenten enthalten sind und deren Formeln und Kalkulationsfaktoren in einer elektronischen Akte nachprüfbar wären.

All dies spricht für eine Einführung der E-Akte.

Dennoch äußert der DAV Bedenken, und das liegt vor allem daran, dass der Referentenentwurf des BMJ kein Interesse an einem transparenteren Strafverfahren offenbart, sondern nur die Kostenersparnis, die mit – dann nicht mehr nötigem – Transport und Lagern der Akten einhergehen. Der Referentenentwurf will daher lediglich einen Scan der Papierakte als elektronische Akte führen, nicht aber die elektronischen Dateien (Tabellenkalkulation, Bilddateien) selbst. Somit würdie die Digitalisierung – wie sie schon jetzt in Großverfahren üblich ist – paraxoderweise zu einem Informationsverlust beim Beschuldigten (und vor allem beim Verteidiger) führen, den der DAV nicht hinzunehmen bereit ist.

Aktenberg
Soll bald der Vergangenheit angehören: Die Papierakte

Der Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums kann hier heruntergeladen werden.

Die Stellungnahme des DAV ist unter folgendem Link einsehbar: DAV

Update 06.03.2015: Link zum Referentenentwurf korrigiert.

Auf der Suche nach der Wahrheit

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Wenn Zeugen sogar scheinbare Nebensächlichkeiten genau beschreiben können, ist das ein Indiz für Wahrheit.

Rechtsspsychologe Günther Köhnken über die Wahrheitsermittlung vor Gericht

Im Umkehrschluss gilt dann wohl: Eine ausgezeichnete Vorbereitung des Zeugen/Angeklagten für die Hauptverhandlung erhöht die Erfolgschancen für den Betroffenen.

Gewinnt aber auch die Wahrheitsfindung? Nun ja.

Der Link zum ganzen Interview: Voilà.

Rezension: Haller/Conzen – Das Strafverfahren

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Eine Rezension von Tobias Kreher und Konstantin Stern

Das Strafverfahren ist in der juristischen Berufspraxis wohl eines der bedeutendsten und vielseitigsten Betätigungsfelder. Gleichzeitig bereitet es schon den Jurastudenten und Rechtsreferendaren regelmäßig Kopfschmerzen und stellt auch manchen Praktiker hin und wieder vor Rätsel. Das Wesen des Strafverfahrens verständlich zu machen, ist das Anliegen von Klaus Haller und Klaus Conzen.

Ihr Buch „Das Strafverfahren“ ist mittlerweile in der 7. Auflage im C.F. Müller Verlag erschienen. Auf knapp 600 Seiten stellen die Autoren den Ablauf eines gesamten Strafverfahrens dar. Durch die überwiegend chronologische Darstellung werden die einzelnen Verfahrensschritte sehr deutlich. Die Darstellung beginnt mit den wesentlichen Grundlagen und den Prinzipien des Strafverfahrens. Anschließend werden das Ermittlungsverfahren, das Hauptverfahren in der ersten Instanz und schließlich das Rechtsmittelverfahren dargestellt. Das Vollstreckungsverfahren hätte den Umfang wohl gesprengt und ist daher draußen geblieben.

Wichtigen Verfahrensschritten, wie bspw. der Beweisaufnahme, den Zwangsmitteln, dem Urteil sind eigene Kapitel gewidmet. In regelmäßigen Abständen folgen auf den Text sehr kurze, aber sehr treffende Fallbeispiele zur Veranschaulichung.

Der größte Pluspunkt im Buch „Das Strafverfahren“ ist jedoch eine einbezogene Original-Ermittlungsakte. Auf diese Weise bekommt man einen größeren Fall präsentiert, der sich durch das gesamte Buch zieht und dem Leser dadurch einen Leitfaden an die Hand gibt. Es folgen immer ein paar Seiten aus der Ermittlungsakte, nachdem ein bestimmter Verfahrensabschnitt im Text erklärt wurde. Dadurch erkennt man sofort, wie die relevanten Inhalte in der Praxis umgesetzt werden, die in einem Buch nur abstrakt durch Text dargestellt werden können. Fallbezogene Schriftsätze und kleine Tippfehler in den polizeilichen Ermittlungsberichten machen die Darstellung äußerst realistisch.

Die chronologische Darstellung können die Autoren freilich nicht im vollen Umfang durchhalten. So werden u.a. die vorläufige Festnahme, die Haft (zur Verfahrenssicherung), die Unterbringung, und andere Zwangsmittel (ED-Behandlung, Durchsuchung, Beschlagnahme/Vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis) in separaten Kapiteln ganz am Ende des Buches behandelt. Dies mag für den „nachschlagenden“ Juristen von Vorteil sein. Für den Rechtsreferendar jedoch, der sich erstmals in die Materie einarbeitet, hätten die meisten dieser Kapitel in den Abschnitt zum Ermittlungsverfahren gehört – wo sie auch relevant werden. Dies ist umso verwunderlicher, wenn man berücksichtigt, dass die Original-Ermittlungsakte eine Trunkenheitsfahrt zum Gegenstand hatte und selbstverständlich die Fahrerlaubnis noch im Ermittlungsverfahren vorläufig entzogen worden war. Die diesbezüglichen Details werden jedoch erst „nach der Revision“ besprochen. Der Betreuer oder gar Mandant wird sich wohl nicht so lange gedulden.

Positiv hervorzuheben ist die klare und präzise Sprache der Autoren. Die übersichtliche Gestaltung der Seiten und die Gliederung der einzelnen Aspekte in Textabschnitte von mittlerer Länge machen das Lesen – auch für die Augen – angenehm. Wichtige Begriffe sind zusätzlich hervorgehoben, sodass ein themenorientiertes Lesen gut möglich ist.

Die Autoren haben jedoch die Chance vertan, als Rechtspraktiker – beide sind Vorsitzende Richter am Land- bzw. Oberlandesgericht – auch aus der Praxis zu berichten und dem Leser begreiflich zu machen, was im Alltag wirklich passiert. Der Schwerpunkt liegt daher deutlich auf den im Examen relevanten Streits und weniger auf dem „How to?“. Abgesehen von gelegentlichen Einwürfen à la „wie in der Praxis nicht selten vorkommend“, befindet sich wenig Empirie zwischen den Buchdeckeln. Das dürfte aber den durchschnittlichen Examenskandidaten nicht vom Kauf des Buches abhalten.

Ärgerlich ist allerdings, dass die Autoren nur äußerst selten ihre Richterbrille ab- und die Interessen der übrigen Verfahrensbeteiligten ernst nehmen. Aus diesem Grund ist das Buch weniger geeignet, auf die (Wahl-)Station beim Strafverteidiger vorzubereiten. So wird das in der Verfahrenspraxis wohl wichtigste – und dem strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getretenen Mandanten in der Regel unbekannte – Recht, der „Einladung“ zur Beschuldigtenvernehmung durch die Polizei nicht Folge leisten zu müssen, in einem Nebensatz abgehandelt, obgleich es oftmals entscheidende Auswirkung auf den Ausgang des Prozesses hat:

Während der Beschuldigte nicht verpflichtet ist, zu einer polizeilichen Vernehmung zu erscheinen, hat er einer Ladung durch die Staatsanwaltschaft Folge zu leisten, § 163a Abs. 3 S. 1 StPO. Nach Androhung in der Ladung kann er daher zur staatsanwaltschaftlichen Vernehmung auch zwangsweise vorgeführt werden, §§ 163a Abs. 3 S. 2, 133 Abs. 2, 134 Abs. 2 StPO. Er hat natürlich gleichwohl das Recht zu schweigen. (Rn. 133)

Während die Staatsanwaltschaft heutzutage aus Gründen der Ressourcenschonung kaum mehr zur Vernehmung lädt, und wenn doch, die nötigen Zwangsmittel dick und lesbar sind, liest sich die gewöhnliche polizeiliche Ladung zur Vernehmung für den unbedarften Mandanten meist so, als sei er zum Erscheinen verpflichtet. Das gehört u. E. hervorgehoben.

Die Richterperspektive merkt man dem Buch aber auch an anderer Stelle an. So beginnt der Abschnitt über die Funktion und Stellung des Verteidigers (Rn. 251) mit einer Auflistung dessen, was der Verteidiger alles nicht darf.

Auch notieren die Autoren ab Rn. 477 auf über 10 Seiten, wie man Beweisanträge (der Verteidigung) revisionssicher ablehnt, während es an einer konkreten Hilfestellung zur korrekten Stellung eines gelungenen Beweisantrags – abgesehen von allgemeinen Ausführungen zu seiner Zulässigkeit – fehlt.

Ebenso wird in einem gesonderten Abschnitt über die sog. „Konfliktverteidigung“ (in dem es auf fast fünf Seiten vor allem um den Umgang mit widerspenstigen Verteidigern geht) pauschal behauptet, sie würde den Interessen des Beschuldigten nicht dienen. Stimmt das – selbst im durchschnittlichen Fall – wirklich ?

Auch wenn an einigen Stellen durchaus Tipps für ein geeignetes Verteidigerverhalten gegeben werden (u. a. Rn. 243), so würde es dem Werk guttun, einen Verteidiger und vielleicht sogar einen Staatsanwalt als Drittautoren/Viertautoren zu gewinnen, um den verschiedenen Perspektiven auf das Strafverfahren gerecht zu werden.

Davon abgesehen ist das Buch „Das Strafverfahren“ von Klaus Haller und Klaus Conzen eine geeignete Einführung in die Welt des Strafverfahrens, die vor allem Rechtsreferendaren den Einstieg ins Strafverfahrensrecht leicht macht und durch die Einbeziehung der Ermittlungsakte die Scheu vor „echten“ Fällen nimmt.


Das Strafverfahren
Eine systematische Darstellung mit Originalakte und Fallbeispielen
Klaus Haller, Klaus Conzen
7., neu bearbeitete Auflage 2014, XXVI, 609 Seiten
35,99 €

Haller Conzen Das Strafverfahren

Hinweis: Das rezensierte Buch wurde uns vom C.F. Müller Verlag zur Verfügung gestellt.

Warum ich gerne Schuldige verteidige

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Alexandra Braun verteidigt lieber die Schuldigen. Unschuldige sind ihr ein Graus:

So ein richtig ordentlich Schuldiger, der gerade beim 15. Bruch geschnappt wurde, ist mir viel lieber. Er weiß, wie es läuft. Klappe halten, auf Akte warten, das Beste hoffen. Mal lässt sich ein Vorwurf nicht beweisen und es gibt einen Freispruch, mal ist das Urteil zu hart, mal zu milde. Passt irgendwie und der Strafverteidiger wird schon gute Arbeit leisten und das Beste rausholen.

Den ganzen – auch sonst lesenswerten – Artikel gibt es hier.

Die qualifizierte Belehrung des zeugnisverweigerungsberechtigten Zeugen

Der Bundesgerichtshof (BGH) vertritt im Strafrecht auffallend oft eine andere Meinung als der Rest der Welt. Häufig stehen hinter diesen anderen Ansichten Praktikabilitätserwägungen, die von Stimmen der Literatur scharf kritisiert werden. Und nicht selten gibt es eine Fülle von guten Argumenten, die gegen die von der Rechtsprechung vertretene Ansicht sprechen. Trotzdem ändert der BGH seine Rechtsprechung in den seltensten Fällen. Von diesen werden wir vielleicht bald wieder so einen haben. Denn der zweite Senat des BGH hat Mitte des Jahres einen Anfragebeschluss an den großen Senat gestellt, in dem er sein Anliegen einer Rechtsprechungsänderung geäußert hat. Gegenstand dieser Anfrage ist die qualifizierte Belehrung eines zeugnisverweigerungsberechtigten Zeugen vor der richterlichen Vernehmung im Ermittlungsverfahren. Was genau damit gemeint ist, das wollen wir Ihnen heute erklären.

Um welche Problematik geht es bei dem Anfragebeschluss?

Bei der Anfrage des zweiten Senats geht es um die Verwertbarkeit von richterlichen Vernehmungen einer zeugnisverweigerungsberechtigten Person in der Hauptverhandlung. Hier stellt sich die Frage, unter welchen Umständen eine im Ermittlungsverfahren gewonnene Aussage verwertet werden darf, auch wenn der Zeuge sein Zeugnis zu Beginn der Hauptverhandlung verweigert. Nach § 252 StPO besteht, über den Wortlaut der Vorschrift hinaus, ein Verwertungsverbot für die vor der Hauptverhandlung gewonnen Aussage des Zeugen, wenn dieser sein Zeugnis in der Hauptverhandlung verweigert. Allerdings findet eine Verwertung regelmäßig statt, wenn der Zeuge der Verwertung ausdrücklich zustimmt oder er die Aussage im Ermittlungsverfahren vor einem Richter gemacht hat. Hat ein Richter die Vernehmung durchgeführt, so wird der Richter in der Hauptverhandlung selbst als Zeuge vernommen und kann dann wiedergeben, was die zeugnisverweigerungsberechtigte Person bei ihrer richterlichen Vernehmung gesagt hat.

Domfenster by Gerhart Richter at the Köln Dom
Selbstverständliche entsteht das Problem nicht bei jeder Zeugenvernehmung vor einem Richter. Foto: Tom Morgan

Was bedeutet die vom zweiten Senat geforderte qualifizierte Belehrung im Gegensatz zu einer „normalen“ Belehrung?

Der zweite Senat fordert, den zeugnisverweigerungsberechtigten Zeugen schon bei der richterlichen Vernehmung im Ermittlungsverfahren darüber zu belehren, dass seine Aussage bei einer späteren Zeugnisverweigerung in der Hauptverhandlung verwertet werden kann. Diese Belehrung ist qualifiziert, weil dann insbesondere über die weitere Verwertbarkeit der Aussage auch im Falle einer späteren Zeugnisverweigerung in der Hauptverhandlung belehrt werden müsste. Im Normalfall muss der Zeuge lediglich darüber aufgeklärt werden, dass er als zeugnisverweigerungsberechtigte Person keine Auskunft geben muss.

Wie hat die Rechtsprechung solche Fälle bisher gehandhabt?

Bisher hat die Rechtsprechung eine Verwertung der von der zeugnisverweigerungsberechtigten Person gemachten Aussage durch die Vernehmung der richterlichen Verhörsperson aufgrund des öffentlichen Interesses an einer effektiven Strafrechtspflege anerkannt, ohne eine qualifizierte Belehrung zu fordern. Somit konnte eine Verwertung entgegen dem in § 252 StPO statuierten Verwertungsverbot stattfinden, auch wenn der Ermittlungsrichter den Zeugen nicht über die Möglichkeit der späteren Verwertung aufgeklärt hatte.

Wir wurde diese Praxis bisher begründet?

Begründet wird diese Praxis mit dem vermeintlich bestehenden Unterschied zwischen richterlichen und nichtrichterlichen Vernehmungen. Die Rechtsprechung ist dabei der Ansicht, dass der StPO ein höheres Vertrauen in die richterliche Vernehmung, im Gegensatz zu der Vernehmung durch Polizei und Staatsanwaltschaft, entnommen werden kann. Zudem habe die richterliche Vernehmung für den Zeugen eine erkennbar und regelmäßig von ihm empfundene erhöhte Bedeutung für das Strafverfahren, da ihm bewusst sei, dass er seine Aussage nicht ohne Weiteres wieder beseitigen kann. Außerdem müsse keine qualifizierte Belehrung erfolgen, weil das Gesetz eine solche Belehrungs- oder Hinweispflicht über die Auswirkungen auf die Verwertbarkeit der Aussage nicht vorsehe.

Was wird an dieser Praxis kritisiert?

Es ist keineswegs so, als würde der zweite Senat einen Aspekt aufgreifen, den man so noch nicht betrachtet hätte. Denn in der Literatur stößt die Praxis der Rechtsprechung schon seit jeher auf erheblichen Widerstand. Wenn die Aussage überhaupt verwertet werden kann, dann soll die zeugnisverweigerungsberechtigte Person wenigstens über diese Möglichkeit belehrt werden. Denn der besonderen Bedeutung der Belehrung für die Entscheidung des Zeugen kann nur Rechnung getragen werden, wenn er auch über mögliche Konsequenzen der Aussagebereitschaft aufgeklärt wird. Dazu führt der zweite Senat unter anderem aus, dass es für den nicht rechtskundigen Zeugen in der Regel fern liegt, sich schon im Ermittlungsverfahren darüber Gedanken zu machen, ob die Aussage auch bei späterer Aussageverweigerung verwertbar bleibt. Vielmehr leide der Entschluss des Zeugen an einem durchgreifenden Mangel, weil er sich dieser Konsequenz nicht bewusst sei.

Tipp zum Abschluss

Wir werden Sie natürlich auch im nächsten Jahr zu diesem Thema auf dem Laufenden halten und drücken die Daumen, dass der BGH seine Rechtsprechung nach dem jahrelangen Kreuzfeuer der Kritik endlich ändert. Den ganz Interessierten unter Ihnen kann nur empfohlen werden, sich den durchaus sehr lesenswerten Beschluss des zweiten Senats zu Gemüte zu führen. Dort werden zahlreiche Argumente und Aspekte für eine Rechtsprechungsänderung aufgeführt.

Steffen Dietrich, Fachanwalt für Strafrecht

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