Archive for the ‘ Amüsantes ’ Category

Leerlauf bei der Amtsanwaltschaft Berlin

In einem Strafverfahren wollte ich letzte Woche eine Ermittlungsakte bei der Amtsanwaltschaft Berlin abholen. Diese sollte sich im Zimmer 4171 befinden. Als ich am Zimmer 4171 ankam, fand ich das folgende Schild vor:

Na gut, dachte ich, dann gehe ich mal zum Zimmer 4174. Als ich dort ankam, fand ich folgendes Schild vor:

Na gut, dachte ich, kann ja mal vorkommen, und gehe zum Zimmer 4146. Dort fand ich folgendes Schild vor:

Wer nicht aufgepasste hätte, wäre nun zum Zimmer 4174 gegangen. Aber nicht mit mir. Ich habe aufgepasst und bin einfach unverrichteter Dinge wieder gegangen.

Hier haben die Personaleinsparungen in Berlin wohl wieder mal zugeschlagen.

Rechtsanwalt Dietrich, Anwalt für Strafrecht aus Berlin

Erst geblitzt und dann geflitzt

Ein wirklich lustiges Video ist unter

erst geblitzt und dann geflitzt

zu sehen.

Rechtsanwalt Steffen Dietrich, Anwalt für Strafrecht aus Berlin

Das ging ja runter wie Öl

In einer Verkehrssache wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis habe ich einen Richter in der Verhandlung diese Woche auf ein Urteil eines obergerichtlichen Gerichts hingewiesen, nach dessen Inhalt in dem uns vorliegenden Fall eine Strafbarkeit wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ausscheiden würde. Der Richter bedanke sich mit den Worten:

Verteidiger können ja auch mal nützlich sein!

Hierüber habe ich mich sehr gefreut, da ein solches Lob von Richtern wirklich selten ist.

Rechtsanwalt Dietrich, Fachanwalt für Strafrecht aus Berlin

Ausfallrisiko besonders hoch – ich bin verwundert

Man bekommt ja immer wieder nicht nachvollziehbare E-Mails. Nun wurde mir unten stehende Mail übersandt, in welcher mir angeblich durch PayPal mitgeteilt wurde, dass das Zahlungsaufallrisiko bei mir besonders hoch sei. Zum Glück habe ich überhaupt kein PayPal Konto und kann deshalb die Mail ignorieren. E-Mails, in welchen häufig “ь” auftaucht, sollten sowieso zur Vorsicht mahnen.

Sehr geehrter PayPal-Mitglied,
aufgrund eines automatisierten Abgleiches Ihrer Kundendaten mit Vergleichsstatistiken wurde das Risiko eines Zahlungsausfalls fьr Ihr Konto als ьberdurchschnittlich hoch eingestuft.
Wenn Sie nicht gehen mьssen diesen Vorgang sind wir enttдuscht, Ihnen mitteilen zu kцnnen, dass Ihr Konto gesperrt wird.

Wir entschuldigen uns fьr diese Unannehmlichkeit, aber wir machen diese Aktualisierung fьr Ihren eigenen Schutz.

Mit freundlichen GrьЯen,
Ihr PayPal Kundenservice

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Flickenteppich auf Berliner Straßen

Wenn man früher mit einem tiefergelegten Sportwagen ohne Probleme Berliner Straßen benutzen konnte, braucht man heute einen Geländewagen mit Vierradantrieb. Auf dem Weg von meiner Kanzlei zum Gericht und wieder zurück zur Kanzlei muss man bereite mehr Schlaglöcher umfahren als bei einem Tag im Gelände.

Berliner Straßen haben mittlerweile den Zustand von Straßen in Entwicklungsländern erreicht.

Rechtsanwalt Steffen Dietrich, Anwalt für Strafrecht aus Berlin

Ruhestörung durch Polizei

Da habe ich mich doch auf einen ruhigen Freitagabend in der Kanzlei gefreut. Wie aber häufig hier in Berlin Kreuzberg wird die Ruhe durch die Berliner Polizei gestört.

Berliner Polizei

Rechtsanwalt Dietrich, Anwalt für Strafrecht aus Berlin

Better call Saul

Es gibt Webseiten von Kollegen, die muss man auf jeden Fall gesehen haben. Als Rechtsanwalt aus Deutschland ist man doch immer wieder überrascht, wie sich Anwälte in anderen Ländern präsentieren. Ein gelungenes Beispiel findet man unter:

http://www.bettercallsaul.com/

Ich empfehle dringend, sich die Videos anzuschauen.

Rechtsanwalt Dietrich, Anwalt für Strafrecht aus Berlin

Liebe Strafverfolgungsbehörden, ich habe mehr als eine Akte!

Egal ob Staatsanwaltschaften oder Gerichte, immer wieder erreichen mich von Ihnen Schreiben, auf denen von Ihnen vergessen wird, mein Aktenzeichen anzugeben. Sie denken wohl, ich könnte anhand des Mandantennamens mühelos die entsprechende Akte finden.

Hierzu verweise ich auf nachfolgendes Bild:

Es handelt sich bei den abgebildeten Akten um die Ermittlungsverfahren eines Mandanten ab 2010. Da dieser Mandant bzgl. seiner Straftaten nicht sehr abwechslungsreich ist, kann ich beim Eingang eines Schreibens ohne Aktenzeichen alle Ermittlungsakten zur Hand nehmen und prüfen, in welche Akte ich das Schreiben einsortieren darf.

Liebe Strafverfolgungsbehörden, bitte teilen Sie mir zukünftig mein Aktenzeichen mit.

Danke!

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Dietrich
Rechtsanwalt für Strafrecht aus Berlin

Das Zeitungssterben, der Hackl Schorsch, der Nachbar und der Schnee

Nachdem der Winter mit Schnee und Eis nun auch in Berlin zugeschlagen hat und sich in hartnäckiger Kombination allmorgendlich auf den Scheiben meines Kraftfahrzeugs beliebt macht, da rauschen passenderweise auch die ersten Gerichtsurteile mit Winterbezug durch die Gazetten.

Im konkreten Fall trug sich das zu besprechende Ereignis zwar schon im Vorwinter zu, es ist jedoch immer wieder vertrauensbildend und schön zu sehen, dass es innerhalb eines vollen saisonalen Zyklus möglich ist, zu einem erstinstanzlichen Urteil zu gelangen.

Bei der Lektüre der ersten Meldungen des Tages auf dem Spiegel Online-Portal war ich daher wieder einmal sehr dankbar für die investigative politische Recherchetätigkeit, die man von Redakteuren eines nach Eigenverständnis seriösen Nachrichtenmagazins ja auch erwarten kann. Anderenfalls wäre mir doch glatt entgangen, dass unser aller dreifacher Rennrodel-Olympiasieger, der Hackl Schorsch, mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, die auch dem Gros der Nicht-Olympioniken wohlbekannt sein dürften – Nachbarn.

Da ich gerade eine sehr ähnliche Fallkonstellation auf dem Schreibtisch liegen habe, wenn natürlich auch ohne den Promi-Bezug, so wage ich doch zu schlussfolgern, dass die Verwirklichung des Tatbestandes der gefährlichen Körperverletzung sich geradezu zur präferierten Kommunikationsart in einem Nachbarschaftsstreit zu entwickeln scheint.

Es bedarf anscheinend zumeist nur eines kleinen Funkens, um jahrelang angehäufte Zwistigkeiten und aufgestaute Wut zum Explodieren zu bringen. Irgendein Gartengerät oder Werkutensil ist in Haus und Hof immer schnell zur Hand und ersetzt mühelos fehlende rationale Argumente.

Zugetragen hatte sich das folgende Geschehnis. Der Herr Hackl und sein Nachbar waren einander wohl schon seit geraumer Zeit nicht gerade wohlgesonnen. Eines schönen Januartages begab es sich sodann, dass beim Schneeräumen mit einer Fräse etwas Schnee in den Garten des Nachbarn geflogen sein soll. Der Nachbar sah sich dadurch veranlasst, Herrn Hackl mit Wasser aus einem Gartenschlauch zu bespritzen, worauf dieser wiederum nun bewusst fleißig Schnee auf des Nachbarn Grundstück schippte. Daraufhin soll der Nachbar ausgeflippt sein und Herrn Hackl mit einem 50 cm langen Eisennagel attackiert haben. Das Ergebnis waren eine stark blutende Platzwunde über dem linken Ohr und eine Schädelprellung beim Herrn Hackl sowie eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft auf Bewährung durch das Amtsgericht im bayerischen Laufen für den Nachbarn. Zudem hat dieser 2.000 € an den Kinderschutzbund zu zahlen.

Was das alles nun mit dem Zeitungssterben zu tun hat? Ich konnte diesen Blog-Eintrag doch tatsächlich ohne Konsultation des in solchen Promi-Fällen unverzichtbaren Bild Online-Mediums abfassen. Der Spiegel hat wohl schon frühzeitig für sich erkannt, dass man dem ursprünglichen Anspruch an die eigene Themenauswahl vielleicht nicht immer zu streng folgen sollte, will man dem Schicksal einer „Frankfurter Rundschau“ oder einer „Financial Times Deutschland“ langfristig entgehen. Ob man das gutheißen sollte ist nun allerdings wieder eine andere Frage …

Die Spiegel-Meldung im Wortlaut findet sich im Übrigen hier.

Übereifrige Berliner Polizei – das passiert, wenn man zu gierig ist

In Berlin wurde ein hochwertiger neuer Mercedes gestohlen. Dies ist zunächst nicht ungewöhnlich. Diesen konnte dann aber die Berliner Polizei ausfindig machen und setzte einige Beamten ein, die den Wagen bewachen sollten. Irgendwann nährte sich mein polizeibekannter Mandant und schlich laut Aussagen der Polizei um den Wagen herum. Plötzlich drehte er ab und begab sich zu einem benachbarten Bahnhof. Die Polizei wollte nicht abwarten und dachte sich, meinem Mandanten aufgrund einer „Routinekontrolle“ in Bahnhofsnähe rein zufällig zu kontrollieren. Bei der Überprüfung stellte man bei meinen Mandanten einen Mercedesschlüssel der neusten Generation fest. Die Polizei ging nun davon aus, dass dieser Schlüssel für eine etwaige Überführung zu wenig sei und man ließ meinen Mandanten wieder laufen. Man hoffte, dass der Wagen dann zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt werden würde. Nachdem der Polizei aber die Zeit doch zu lang vorkam, wurde die Bewachungsaktion Mercedes abgeschlossen und eine Wohnungsdurchsuchung zwecks auffinden des Schlüssels bei meinem Mandanten durchgeführt.

Wie bei mittelmäßigem kriminalistischem Verständnis zu erwarten gewesen ist, konnte der Mercedesschlüssel bei der Durchsuchung nicht mehr bei meinem Mandanten aufgefunden werden.

Das gegen meinen Mandanten eingeleitete Ermittlungsverfahren musste deshalb nach Abgabe einer Einlassung eingestellt werden. Immerhin hat der Halter seinen Mercedes zurückerhalten.

Möglicherweise wurden durch die Beamten folgende Fehler begangen:

1. Mandanten abgesetzt zu kontrollieren – man hätte abwarten können
2. Schlüssel gleich beschlagnahmen – vielleicht hätte er gepasst

Aufgrund dieser Fehler werden wir alle nun nie erfahren, ob mein Mandant in den Diebstahl des PKW involviert gewesen ist.

Rechtsanwalt Steffen Dietrich, Fachanwalt für Strafrecht aus Berlin